KU.Campus

Detailinformationen zum Modul 
Modulbezeichnung:
Behavioral Finance
Modulnummer:
82-021-VWLECO17-H-0916
Niveau:
Bachelor (UNI)
Typ:
Modul
Fakultät innerhalb der Fakultät/zentrale Einrichtung:
Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät
Modulverantwortliche/r:
Wiederhold, Simon
Prüfende:
Leistungspunkte (ECTS-Punkte):
5
Kompetenzen:
- Seit über 50 Jahren dominiert die neoklassische Kapitalmarkttheorie unser Verständnis für die Abläufe an Finanzmärkten. Sie hat eine Vielzahl von Konzepten und Modellen hervorgebracht und basiert ganz wesentlich auf der Annahme eines streng rational handelnden Homo Oeconomicus. Diese Vorlesung möchte Studierenden eine komplementäre verhaltenswissenschaftliche Sicht auf die Finanzmärkte vermitteln. Die hier betrachteten Marktteilnehmer setzen bei der Entscheidungsfindung begrenzt rationale Heuristiken ein und lassen sich von emotionalen Einflüssen lenken.
- Zunächst wird den Studierenden ein Überblick über die Standardmodelle der Kapitalmarkttheorie gegeben: Erwartungsnutzentheorie, Capital-Asset-Pricing-Model (CAPM), Efficient Market Hypothesis, und Prinzipal-Agenten-Theorie.
- Studierenden lernen die theoretischen und empirischen Schwächen der neoklassischen Finanzmarkttheorie kennen, bspw. Spekulationsblasen als Anzeichen für wiederkehrende und anhaltende Marktanomalien. Studierenden wird hier insbesondere die Grundlage der Entscheidungsfindung aus Sicht der Behavioral Finance nähergebracht: Die Prospect Theory als Alternative zur traditionellen Erwartungsnutzentheorie. Studierende werden verstehen, wie zum einen über die S-förmige Wertfunktion die Einstellung des Marktteilnehmers zum Risiko beschrieben wird, zum anderen über die Gewichtungsfunktion objektive Wahrscheinlichkeiten entsprechend subjektiver Ansichten transformiert werden.
- Studierende lernen die kognitiven und emotionalen Heuristiken kennen, die die Komplexität der Informationsaufnahme und Entscheidungsfindung verringern, jedoch den Marktteilnehmern die objektive Sichtweise auf den Kapitalmarkt erschweren.
- Studierenden wird vermittelt, wie diese begrenzt rationalen Verhaltensweisen die individuellen Finanzmarktentscheidungen beeinflussen (z.B. familiarity bias und availability bias).
- Studierende erhalten Einsichten in die verhaltenswissenschaftlichen Grundlagen der Entstehung von Aktienkursen, die sich durch ökonomischen Fundamentalfaktoren nur ungenügend erklären lassen (z.B. Dow Jones Crash 1987 und Finanzkrise 2008).
- Studierende lernen ebenfalls begrenzt rationale Verhaltensweisen im Rahmen der Unternehmensführung kennen. Es werden die Treiber für begrenzt rationale Verhaltensweisen, wie z.B. die Selbstüberschätzung von Managern, besprochen und ihre Auswirkungen auf die Entwicklung der Gesamtrentabilität von Unternehmen eingeordnet. Zudem werden Studierende bestimmte unternehmerische Aktivitäten aus der Sichtweise der Behavioral Finance betrachten und erkennen dadurch, wie stark sich psychologische Einflüsse auf Unternehmensentscheidungen auswirken können. In diesem Zusammenhang werden auch die praktischen Auswirkungen irrationalen Verhaltens auf die Arbeit des Controllers beleuchtet (Behavioral Controlling).
- Anhand eines praxisorientierten Gastvortrags von Mitarbeitern von PwC erhalten die Studierenden dabei auch einen Einblick in Verhaltensmuster und Denkweißen unterschiedlicher Stakeholder (Banken, Unternehmer, Eigenkapitalgeber, Arbeitnehmer etc.) im Verlauf unternehmerischer Krisen, bis hin zur extremsten Krisenform, der Insolvenz. Daran anschließend erarbeiten die Studierenden im Rahmen einer Case Study selbst Restrukturierungspotenziale für ein in die Krise geratenes Unternehmen.
- Studierende lernen die neue Forschungsrichtung „Neuro-Finance“ kennen, welche die Zielsetzung verfolgt, die Ursachen für begrenzt rationale Verhaltensweisen auf Basis der Hirnforschung zu ergründen.
Inhalte/Themen:
- Grundlagen der neoklassischen Kapitalmarkttheorie
- Erwartungsnutzentheorie
- CAPM, Efficient Market Hypothesis, und Prinzipal-Agenten-Theorie
- Theoretische Grundlagen der Behavioral Finance
- Prospect Theory
- Framing, and Mental Accounting
- Psychologische Grundlagen der Behavioral Finance
- Heuristiken und kognitive Verzerrungen
- Selbstüberschätzung
- Verhalten von Investoren
- Implikationen von Heuristiken für Kapitalmarktentscheidungen
- Implikationen von Selbstüberschätzung für Kapitalmarktentscheidungen
- Verhaltenswissenschaftliche Erklärungen für Finanzmarktanomalien
- Corporate Finance
- Verhalten von Managern und Unternehmenslenkern
- Verhaltensorientiertes Controlling
- Case Study PwC
- Neuere Entwicklungen in der Behavioral Finance: Neuro-Finance
Formale Voraussetzungen für die Teilnahme:
Empfohlene Voraussetzungen:
Grundlegende Kenntnisse in Mikroökonomie und Finanzmärkten
Lehr- und Prüfungssprache:
Englisch
Lehr- und Lernformen/Lehrveranstaltungstypen:
Voraussetzungen für die Vergabe von ECTS-Punkten:
- Case Study:
- Auf der Basis eines Praxisbeispiels werden die Studierenden aufgefordert, aus Sicht eines Beratungsunternehmens die verschiedenen Bedürfnisse der Stakeholder bei der Rettung eines in die Krise geratenen Unternehmens gerecht zu werden.
- Neben der Erarbeitung fachlicher Inhalte sollen die Studierenden ihre Team- und Organisationsfähigkeit unter Beweis stellen.
- Durch den praktischen Aufbau der Fallstudie (Arbeit in PowerPoint und Excel) und der Vorstellung der Arbeitsergebnisse ggü. den verschiedenen Stakeholdern werden zudem die Soft Skills der Studierenden gefördert.
- Klausur (90 Minuten) am Ende des Semesters.
- Zur zeitlichen Entzerrung der Prüfungsmodalitäten ist es notwendig, die schriftliche Prüfung mit der Fallstudie zu kombinieren.
Zeitaufwand/Verteilung der ECTS-Punkte innerhalb des Moduls:
28 h = Präsenzzeit Vorlesung
30 h = Vor- und Nachbereitung Vorlesung
28 h = Präsenzzeit Übung
30 h = Vor- und Nachbereitung Übung (inkl. der Bearbeitung der Fallstudie)
30 h = Prüfungsvorbereitung
146 h = Arbeitsaufwand gesamt
Modulnote:
- Case Study 20 %
- Klausur 80 %
Lehr- und Lernmethode:
- Vorlesung
- Übung
- Case Study
Polyvalenz mit anderen Studiengängen/Hinweise zur Zugänglichkeit:
Turnus des Angebots:
WS
Beteiligte Fachgebiete:
Bemerkung: